Anfang 1974 war Gérard THEVENOT noch Student an der Ingenieursschule in Nancy, Frankreich. Damals erwarb er Pläne für den in den USA entwickelten Hängegleiter "Seagull", um sich seinen Traum vom Fliegen zu erfüllen. Gérard änderte die Kopie e twas ab, und dieses Model hatte ein besseres Flugverhalten als erwartet. Aufgrund der gelungenen Konstruktion ermunterten Flugkameraden von damals Gerard Thevenot ihnen doch ebenfalls Hängegleiter zu bauen.Die erste Modell wurde "la Mouette" (Möwe) genannt ­ die französiche Übersetzung von Seagull.

Jean­Marc Thevenot, der ältere Bruder von Gérard, ergänzte bald mit seinem handwerklichen Geschick die theoretischen Ideen seines Bruders. Die beiden Brüder wurden sehr erfolgreich mit ihren gebauten Hängegleitern und entschlossen nun den Weg in die Selbstständigkeit, und gründeten folgerichtig eine Firma zur Entwicklung und zum Bau von Hängegleitern. Mit den Konzeptionen und der Intuition von Gérard und der technischen Unterstützung von Jean­Marc wuchs La Mouette stetig weiter, mit ihren neuen Ideen und Erkenntnissen trugen beide wesentlich zur Sicherheit und zur Entwicklung des Hängegleitersports bei.

atlas Im Jahre 1979 brachte La Mouette den legendären ATLAS hervor, der die Drachenfliegerwelt revolutionierte. Der Atlas besaß bereits etwas Doppelsegel und profilierte Aluminiumsegellatten. Zur besseren Profilgestaltung wurde die Anströmkante innenliegend mit Polyestermaterial verstärkt. Die Oberverspannungen wurden aerodynamisch günstig durch das Segel hindurch mit dem Gestell verbunden, das Segel des Atlas hatte eine Kieltasche. Diese Innovationen führten zu einer überlegenen Kombination bei Handling, Leistung und Sicherheit und war damals allen anderen Hängegleitermodellen weit voraus. Viele der damaligen technischen Lösungen werden noch heute von vielen anderen Herstellern verwendet. Seither wurden mehr als 8000 Atlas weltweit verkauft, die vielen Kopien des Atlas nicht mitgezählt. Bis heute bleibt der Atlas die Referenz in Bezug auf Sicherheit und Einfachheit beim Drachenfliegen. Noch immer wird der Atlas zum Schulen benutzt, viele Drachenflugschüler machen mit einem Atlas ihre ersten Flüge.

Mit den Jahren und den gewonnenen Erfahrungen wurden La Moutte Hängegleitermodelle auf höchstem Niveau entwickelt, La Mouette wurde weltweit führend im Hängegleiter und Trikebau. U.a. bekam La Mouette daher eine besondere Auszeichnung vom französischem Innenministerium. Nicht umsonst errangen La Mouette Flügel mehrfache Rekorde, zahlreiche europäische Titel und den Gewinn eines Weltmeistertitels. La Mouette hatte immer einen technologischen Vorsprung.

Im Jahre 1982 entwickelte La Mouette das erste motorisierten Ultraleichttrike (ULM). La Mouette erfand zugleich eine Schlepptechnik, mit der man Drachen mit einem Trike in die Luft schleppen konnte: Das Schleppseil wird in eine Vorrichtung in die Nabe des Propellers eingehängt, beim Drachenpiloten ist das Schleppseil an einer Klinke eingeführt. Nun konnten Drachenflieger im Flachland ihren Sport ausüben, und mussten nicht mehr lange Wege in die Berge auf sich nehmen. Die Fa. Cosmos wurde gegründet, um Trikes mit La Mouette Flächen herzustellen.

1986 erkannte man das Potential von motorisierten Gleitschirmen, und begann eigene Modelle zu entwickeln.

1995 gelang La Mouette eine weitere Revolution beim Drachenbau. Angelehnt an eine Entwicklung von Christoph Kratzner und das Studium der Carbon-Technik brachte La Mouette den "Topless", einen turmlosen Drachen, auf den Markt, es begann die Verwendung von Carbon im Drachenbau. Die Ära der Turmlosdrachen begann.

ipsos La Mouette konzentrierte sich nun auf die Entwicklung und Fertigung von Hängegleiter und Trikeflächen, bei der stets viel Wert auf sichere und beherrschbare Produkte gelegt wurde.
2003 brachte La Mouette das neue Model "IPSOS" hervor. Weiter entwickelt aus dem Vorgängermodel "Chronos" bietet der Flügel einen weiten Gewichts­ und Geschwindigkeitsbereich. Es gibt ihn daher in 4 Grössen: In den Flächen 12,9 und 14,9 für hohe Leistung sowie Geschwindigkeit und Manövrierbarkeit. Die Grössen 16,9 und 19 bieten einen weiten Geschwindigkeitsbereich und fehlerverzeihendes Handling.

2009 beschloss La Mouette wieder in neue Ideen zu investieren. Die Entwicklung neuer Ultraleichtflugzeugflügel und Drachengurtzeuge wurden begonnen. La Mouette stellt sich den Herausforderungen unserer Zeit: Gérard Thevenot entwickelte einen mit Wasserstoff betriebenes Ultraleichtflugzeug ­ Prototypen, mit dem er anlässlich des 100. Jahrestag der ersten Überquerung des Ärmelkanals durch Louis Blériot ebenfalls den Ärmelkanal überflog. Als Beitrag zu einem umweltbewussteren Fliegen entwickelt La Mouette ein Trike, das rein elektrisch betrieben wird.